Naturschutz am "Weissen Berg" ?

Der weiße Berg aus Palzing – ein schützenswerter Schatz, aber warum?

Im gesamten Ampertal ist er der wohl letzte seiner Art. Rund 10.000 Jahre liegt der Hügel, gestaltet durch die einst reißende Amper, in Palzing, am Rande des Tertiären Hügellandes im Tal. Mit seinen ca. 25 Grad Hängen, ist er der wohl letzte Natur geschaffene Steilhang im Ampertal. Wo früher der Fluss seine Bahnen zog, Schichten abtrug und sich durch die Lande wälzte, machte er Platz für ein neues Ökosystem: Der Magerrasen vom weißen Berg. Gelegen zwischen Palzing und Zolling ist er eine Rarität, die sonst durch Menschenhand als beseitigt gilt. Matthias Maino, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands erzählt, dass ein Drittel der Fläche nicht, wie anderorts, einer Aufforstung mit Fichten unterzogen wurde, so erhalten bleiben konnte und eine gute Voraussetzung für den Erhalt des Kulturgutes stellt. Nachdem der Grund von der Gemeinde aufgekauft werden konnte, erklärte man diesen zum Projekt: Erhalt der Natur.

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Wer ist die "lange Agnes" ?

Bürgermeister Landschaftspflegeverband

Nicht nur durch die Natur gegebenen Besonderheiten ist der weiße Berg im Landkreis bekannt, sondern auch für seine umstrittene Legenden. In vielen Varianten existiert die „Sage der langen Agnes“. Eine hochgewachsene Frau mit schwarzem Haar und durchdringenden Blick, soll auf jenem Berg einst ihr Unwesen betrieben haben. Sie behandelte zu Lebzeiten die vorbeikommenden Menschen, aus unterschiedlich übermittelten Gründen, barbarisch schlecht und grausam. Eine Fassung erzählt, dass sie zur Strafe sterben musste nun auf Ewig verdammt ist, ein schweres Weinfass zur Mitternacht den Hügel hinaufrollen zu müssen, jedoch niemals ankommt, da es knapp vorher wieder zurück an den Fuß des Hanges fällt. Hast du sie schon einmal im nächtigen Nebel fluchen gehört?

Aber nun zurück zu unserem Projekt: Ein bedeutender Lebensraum für eine Vielzahlt an Fauna und Flora: Besonderheiten wie kleine Karthäusernelke, den wilden Majoran, Schafgarbe, das kleine Mädesüß, viele Insekten und Schmetterlinge leben behütet auf den Wiesen. Was macht einen Magerrasen eigentlich aus? Die immer seltener werdenden Böden bieten durch nährstoffarme und wasserdurchlässige Art einen außergewöhnlichen Lebensraum. Geprägt ist die ca 16.000 m2 große Fläche besonders durch seine vereinzelten Bäume und Sträucher, darunter vor allem Eichen und Holundersträucher. Die unersetzbare Ausgleichsfläche soll nun als Biotop „Magerrasen“ ausgeweitet und stetig auf lange Zeit erhalten bleiben. Zunächst entfernte man die Menschen gesetzten Brombeersträucher und untypische Baumarten. In einem Zusammenspiel aus Witterung, per Hand gesäte Pflanzen und tüchtiger Pflege wird die Fläche also im nächsten Schritt zu ihrem natürlichen Zustand zurückgeführt. Letzteres geschieht mit Hilfe von 87 Tieren der seltenen Rasse der Wolfersdorfer Waldschafe von Christoph Reichenwallner. Hand in Hand schützt man also Biotop und Rasse vor dem Aussterben.

Treffpunkt

Ihr wollt Euch Eure Heimat etwas näher anschauen? Dann kommt gerne am 15.10.2022 um 10:00 Uhr zu unserer Besichtigung im Rahmen des Projekts „Perlen des Ampertals!“ und hört euch weitere spannende Informationen an. Wir freuen uns auf euch!

Treffpunkt oberhalb des Hanges an der Kiesgrube